Die Internationalisierung Wiens im Feld der Literatur am Beispiel der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 1960–1989/90 (2020–2022)

Ausrichtung des Projekts 2020–2022

Im Fokus des Projekts „Die Internationalisierung Wiens im Feld der Literatur am Beispiel der Österreichischen Gesellschaft für Literatur 1960–1989/90“ stehen sowohl die von Wien ausgehenden als auch die in der Stadt selbst ihren Niederschlag findenden internationalen literarischen Beziehungen zwischen 1960 und 1989/90. Die ÖGfL fungierte mit einer Vielzahl an Aktivitäten sowohl auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene als mächtiges Scharnier zwischen Kulturpolitik, AutorInnen, Verlagen, Publikum und Germanistik. Auf Basis umfangreicher Archivmaterialien aus dem Archiv der ÖGfL und weiterer einschlägiger Bestände werden sowohl die Positionierung der ÖGfL im literarischen Feld ab Anfang der 1960er-Jahre als auch ihre Aktivitäten bis ins Wendejahr 1990 nachgezeichnet und analysiert werden.

Basierend auf Pierre Bourdieus Theorien zum literarischen Feld werden die gesichteten Archivmaterialien entlang ausgewählter Forschungsachsen einer kontextualisierenden Analyse unterzogen:

1. Förderung inter/nationaler Literatur in Wien: die Aktivitäten der ÖGfL, Wien als international anerkannte ‚Literaturstadt‘ zu etablieren (u.a. durch über 2000 literarische Veranstaltungen mit Gästen aus über 50 Ländern, durch Stipendien, Preise, Förderungen, AutorInnen-Wohnungen, ORF-Sendungen, Verbindungen zu Verlagen und Literaturzeitschriften), werden untersucht.

2. Etablierung österreichischer Literatur im Ausland: die Instrumente und Ziele der Förderung österreichischer Literatur im Ausland (u.a. durch die Versendung tausender kostenloser Buchpakete, durch Symposien an internationalen Universitäten, Organisation von Lesereisen, Stipendien für ÜbersetzerInnen österreichischer Literatur) werden untersucht.

Dauer: 1.11.2020 – 31.6.2022
Projektleiter: Assoz. Prof. Dr. Günther Stocker
Projektmitarbeiter*innen: Mag.a Ursula Ebel, MA; Mag. Holger Englerth; Nicole Kiefer, BA MA
Projektpartner: Österreichische Gesellschaft für Literatur
Projektnummer: 18603

Vorträge

2021

Ursula Ebel: Ambivalente Agenden: Internationalisierung Wiens am Gebiet der Literatur und Mythos Donaumonarchie zugunsten der Etablierung einer starken österreichischen Literatur nach 1955, bei der virtuell abgehaltenen ASA-Jahrestagung Nationale und postnationale Perspektiven in/aus/auf Österreich an der Universität Poznań, 1. Juli 2021.

Ursula Ebel, Holger Englerth, Nicole Kiefer: Die Internationalisierung Wiens im Feld der Literatur. Die Österreichische Gesellschaft für Literatur und das Fallbeispiel Václav Havel, bei der Institutstagung am Institut für Germanistik der Universität Wien, 19. November 2021.

2022

Ursula Ebel, Nicole Kiefer: Internationale Gäste der Österreichischen Gesellschaft für Literatur: Jossif Brodskij, Eduard Goldstücker, Václav Havel und Stanisław Lem, im Rahmen einer Veranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, 17. Februar 2022.

Ursula Ebel, Nicole Kiefer: Kontaktanbahnung, Einladungspolitik, Förderung. Das Engagement der ÖGfL für Exilautor*innen in den 60er und 70er Jahren, im Rahmen einer Veranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, 26. April 2022.

Ursula Ebel: Die Verortung der ÖGfL im Wiener Literaturbetrieb: Internationale Kontakte, nationale Konflikte, im Rahmen einer Veranstaltung zum 60-jährigen Jubiläum der Österreichischen Gesellschaft für Literatur, 12. Mai 2022.

Publikationen

Ebel, Ursula: Kontinuita zahraniční kulturní práce v přelomovém roce 1989 – agenda Rakouské společností pro literaturu na příkladu ČSSR a jejích nástupnických státu. In: Hildegard Schmoller, Miroslav Kunštát, Monika Březinová (Hg.): Z 20. století do nového tisíciletí: Rakousko a Československo/Česká republika 1986-2016. Prag: Masarykův ústav AV ČR 2021. S.157-176.

Ebel, Ursula; Kiefer, Nicole: Vom Kakanischen in Berlin zum ‚Österreichischen Staatspreis‘: Stanisław Lems Rückzug ins neutrale Wien der 1980er Jahre und die Rolle der ‚Österreichischen Gesellschaft für Literatur‘. In: Zeitschrift für Literatur und Kultur Prace Literaturoznawcze. (in Vorbereitung)

Ebel, Ursula: An der Schnittstelle von Literatursalon und literarischer Avantgarde – Otto Breichas Aktivitäten in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (1962-1972). Erscheint in einer Monografie über Otto Breicha, hg. von Semirah Heilingsetzer (Bibliothek der Provinz, geplante Veröffentlichung 2023).

Ebel, Ursula: Keineswegs provinziell. Zum Österreichischen in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. Erscheint in der Publikation zur Jahrestagung der Austrian Studies Association Nationale und postnationale Perspektiven in/aus/auf Österreich (ASA, geplante Veröffentlichung 2023).

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